Unser Schlaf verläuft nicht während seiner Dauer gleichmäßig und ist somit auch nicht gleichmäßig tief. Er durchläuft die Nacht in mehreren Phasen, dies sich wiederholen. Der Schlaf wird in 4 Phasen unterteilt 1, die sich durch unterschiedlich stark ausgeprägte Hirn- und Körperaktivitäten unterscheiden. Grundsätzlich wird hierbei zwischen dem NON-REM-Schlaf (der wiederum in 3 Phasen unterteilt ist) und dem REM-Schlaf unterschieden. Während dem Tiefschlaf überwiegend die Aufgabe einer körperlichen Regeneration zugeschrieben wird, gehen viele Schlafforscher davon aus, dass der REM-Schlaf für die psychische Regeneration notwendig ist. Die Schlafphasen durchlaufen wir mehrmals in der Nacht. Je nach Länge der Phasen und Schlafdauer sind die 4-6 Zyklen.
NON-REM Schlaf
Diese Phase wird in 3 Stadien unterteilt.
REM-Schlaf
Dieser Schlaf ist durch schnelle Bewegung der Augen unter den Lidern (daher REM = Rapid Eye Movement) gekennzeichnet. Dieses Stadium wird auch als „Traumschlaf“ bezeichnet, da wir hier, im Gegensatz zum Non-REM-Schlaf, intensiv und häufig träumen. Schnelle Augenbewegungen werden begleitet von schnellerem und unregelmäßigem Herzschlag, erhöhtem Blutdruck und schnellerer und ebenfalls unregelmäßiger Atmung.
Gleichzeitig wird er Muskeltonus stark herabgesetzt. Die REM-Phase macht ca. 20% des Schlafes aus. Sie ist verantwortlich für die Regeneration der Psyche. In ihr wird auch über den Tag gelerntes verfestigt. Werden also z.B. Schüler also aus dem REM-Schlaf geweckt, wird dieses „Verfestigen“ von Gelerntem sowie auch der Regenerationsprozess der Psyche generell unterbrochen.
REM-Phasen sind auch bereits in der ersten Schlafhälfte zu verzeichnen, sind dort jedoch weniger ausgeprägt, und daueren zu Beginn meist nur fünf bis zehn Minuten, werden dann aber zunehmend länger, bis zu einer Länge von 20 bis 30 Minuten.
Die Gehirntätigkeit ist während der REM-Phase ähnlich der im Wachzustand. Schlafforscher stellten in Versuchen fest, dass Personen, die in der REM-Phase geweckt werden, häufiger von Träumen berichten als Personen, die in anderen Phasen geweckt werden. Dennoch weiß man inzwischen, dass auch in der Non-REM-Phase geträumt wird.
REM-Rebound-Effekt
Wird man an mehreren Nächte hintereinander aus dem REM-Schlaf geweckt (was im unserer Gesellschaft bei 70% der arbeitenden Bevölkerung durch den Wecker geschieht), erhöht sich oft der prozentuale REM-Anteil in den Nächten die man durchschlafen kann (z.B. Wochenende) auf ca. 27% bis 29%. Diesen Effekt bezeichnet man als REM-Rebound-Effekt. Albträume und Angstzustände können hier die Folge sein, was den eigentlichen Erholungsschlaf z.B. am Wochenende zum Teil seiner Wirkung berauben kann.
Michael Wieden beschäftigt sich als Betriebswirt seit 2002 mit der Chronobiologie im Personalmanagement. Schon 2003 hielt er hierzu seinen ersten Vortrag auf einer Veranstaltung der INQA (Initiative der neuen Arbeit).
Zu den Themen „Chronobiologie im Personalmanagenement“ sowie mobilen Arbeitsformen hat er bereits Bücher geschrieben, und dabei den Begriff „Liquid Work®“ geprägt.
Zusammen mit Claudia Garrido Luque gründete er 2014 die aliamos GmbH und berät seit dem Kommunen, Unternehmen und Kliniken zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Von 2012 bis Ende 2016 war er externer Wirtschaftsförderer für die Stadt Bad Kissingen und Initiator des weltweit einzigartigen Projektes „ChronoCity – Pilotstadt Chronobiologie“. Zu ChronoCity®, Chronobiologie-Themen und mobilen Arbeitsformen trat er wiederholt als Experte in verschiedenen Fernsehformaten (z.B. TerraX, Planet Wissen, W wie Wissen, Xenius etc.) auf. Zudem war er von 2014 bis 2017 Mitglied des Arbeitskreises „Zeitgerechte Stadt“ der ARL – Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover.
Aktuell hält er Vorträge zum Thema „Chronobiologie im Personalmanagement“ und „Mobile Arbeitsformen“, und berät Unternehmen bei der Umsetzung chronobiologischer Ansätze in Unternehmen und Kliniken.
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